15 49.0138 8.38624 arrow 0 both 1 4000 1 1 fade http://www.stitchnstudy.com/de 300 4000 -

Über mich

Wie alles begann

„Ich glaube, ich fange an zu Nähen…“

Das war’s eigentlich.

Im Jahr 2011 habe ich beschlossen, Nähen zu lernen.

Warum?

Ääähhmmmmm … .. Ich habe keinen blassen Schimmer. Aber was wichtiger ist, ich bin sehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben  🙂

Um ehrlich zu sein,  war meine erste Näherfahrung etwas früher. Ich muss 7 oder 8 Jahre alt gewesen sein,  als ich meiner Mutter beim Nähen zusah. Sie hat für meinen Geburtstag ein ganz tolles violettes Kleid mit Punkten und Puffärmeln (ja, Puffärmeln …. ) gemacht. Von dem Kleid schwärmt meine Mama auch heute noch.

scan

Natürlich wollte ich es auch versuchen. Also habe ich ein altes Bettlaken bekommen und durfte damit machen was ich wollte.

Nun, was ist die eine ultimative Sache, die jedes Mädchen auf der Welt, egal ob groß ob klein, braucht? Na klar, noch ein Kleid!!

The Little-Évi-Dress

  1. Breite den Stoff auf dem Boden aus. Wenn du schlau bist, dann falte in vorher so, dass du zwei Lagen hast (ich weiß nicht mehr, ob ich schlau war oder nicht).
  2. Nimm dir einen Stift und lege dich auf den Stoff.
  3. Zeichne vorsichtig um deinen Körper herum, dabei lässt du natürlich deinen Kopf und die Beine aus. Mache einfach eine horizontale Linie wo das Kleid enden soll. Wenn du fertig bist, solltest du sowas wie eine Art Tatort haben.
  4. Schneide das Kleid aus. Wenn du schlau warst, kannst du beide Lagen auf einmal schneiden, ansonsten mache einfach noch einen Tatort.
  5. Und schon kann der Spaß losgehen, das Nähen an der Nähmaschine. Nähe beide Teile zusammen und fertig ist das Little-Evi-Dress.

Genau das habe ich mit dem Bettlaken meiner Mutter gemacht und endete mit meinem ersten selbstgemachten Kleid…. welches ich natürlich nicht mal über den Kopf bekommen habe. Aber kein Problem, die Schere war noch griffbereit und Schnipp, Schnapp, Problem gelöst 🙂

Kommt dir das bekannt vor?

Irgendwie glaube ich, dass es viele Mädchen gibt, die so eine oder ähnliche erste Näherfahrungen gemacht haben. Wozu auch die Dinge verkomplizieren.

Ich hoffe sehr, dass eines Tages meine Tochter auch mal ein altes Bettlaken haben möchte. Es wäre super zu sehen, wie sie an das Ganze rangeht.

Die wirklichen Anfänge

Zurück ins Jahr 2011. Mein Plan sah vor mit einem einfachen Burda Schnittmuster das Nähen zu lernen. Leider kann ich das Schnittmuster nicht mehr finden, aber es war eine sehr einfache Tunika mit etwas Smok am Vorderteil. Als Stoff hatte ich einen schwarzen Chiffon mit roten und beigen Kreisen. Dau gab es dann rotes Schrägband. Natürlich ist es voll mit Fehlern und Ungenauigkeiten, aber aus irgendeinem Grund erhielt ich viele Komplimente dafür. Ein riesiger Ego – Booster 🙂

402645_10150542185907230_1559878273_n

Meine erstes „richtiges“ Nähprojekt

Also, was nun?

Nach der erfolgreichen Tunika war ich bereit für das nächste Projekt. Ein Kleid zur Hochzeit meiner Freundin. Und nicht nur irgendein Kleid. Nein, es musste natürlich dieses schöne Dice Kayak Designer Teil sein.

140-0711-b_400x533-id238111-f9326cc78f6e5e8b5817d5d1634eaca6

Der Schnitt war in der 7. Ausgabe der Burdastyle.de von 2011 (140-072011)

Obwohl ich  nicht wirklich viel über‘s Nähen wusste, dachte ich mir, ich mache besser mal ein Probeteil. Also habe ich mir einen billigen Polyester Stoff besorgt und mich einfach mal an das Kleid gewagt. Um ehrlich zu sein, habe ich das Probeteil aber nicht gemacht um zu sehen wie es mir passt, sondern nur um zu schauen wie die einzelnen Teile zusammengehen. Ich hab nicht einen Moment dran gedacht, dass es vielleicht gar nicht gut sitzen könnte. Warum auch? Da stand doch bei Brustumfang xy braucht man Grösse z. Ich war absolut überzeugt, dass ich mich einfach nur ganz genau an das Schnittmuster halten muss und super genau zusammen nähen und das es dann schon gut sein wird.

Schließlich ist das Burda, ein Schnittmuster Unternehmen. Die kennen sich doch damit aus und müssen doch wissen, welche Größe ich brauche, nicht wahr? Wer hätte gedacht, dass ein einzelnes Schnittmuster nicht die Millionen von verschiedenen Formen die Frauen mit dem gleichen Brustumfang haben können, abdeckt 😉

Zum Glück bin ich ziemlich normal proportioniert, so sah ich nicht völlig lächerlich in meinem selbstgemachten Kleid aus. Eigentlich fühlte ich mich sehr wohl darin und war verdammt stolz 🙂

1_kleid2

Seitdem habe ich das Nähen und meine Mom das Fotografieren geübt 🙂

Nachdem ich also schon eine Tunika, ein Kleid (mit dem Probeteil zusammen, sogar zwei) genäht habe war ich bereit etwas fortgeschrittenere Techniken auszuprobieren. Ich bin auf die Custom Couture Linie bei Vogue von Claire Shaeffer gestoßen und habe mich an V8333 gewagt. In dem Umschlag ist nicht nur das Schnittmuster und die Nähanleitung enthalten, sondern auch komplette Instruktionen zum Nähen mit Couture Techniken. Ich habe wieder einen Test Blazer gemacht, aber war nach wie vor zu unsicher um irgendwas am Schnittmuster zu ändern.

Eigentlich wusste ich ja auch gar nicht so richtig wie, und solange der Knopf zuging ist doch alles ok 😉 Außerdem ging es mir auch gar nicht so sehr darum, dass ich den Blazer tragen wollte, sondern diese Nähtechnikern ausprobieren wollte. Also habe ich einen kompletten Blazer von Hand genäht, von dem ich wusste, dass ich ihn nie tragen würde (der Sitz war echt schrecklich, ganz zu schweigen von dem super billigen Stoff). Das Projekt hat mich mehrere Monate beschäftigt und mich absolut für das Couture Nähen begeistert.

blazer1blazer2

Seitdem sind einige Jahre vergangen, aber die Liebe zum Nähen ist geblieben und gewachsen. Meine abendlichen Liebesromane habe ich gegen Nähbücher eingetauscht.

Anfang 2016…

… hat mich eine Freundin, die auf Baby- und Schwangerschaftsfotografie spezialisiert ist gefragt, ob ich ihr nicht ein paar Kleider für die Schwangerschaft Photoshoootings machen könnte. Natürlich habe ich das gerne gemacht und letztendlich bin ich so zu meiner PropsBox gekommen.

Ich finde ein Babybauch ist  reine Schönheit! Allerdings weiß ich nach zwei Schwangerschaften, dass man sich selbst, gerade in den letzten Wochen, manchmal nicht mehr so fühlt. Mein Ziel ist es, dass sich die Mamas in meinen Kleidern während ihrer Shootings absolut wohl und schön fühlen und es einfach genießen. Einer meiner Fotografen Kunden hat mir einmal erzählt, dass eine seiner Kundinnen sich in einem Kleid von mir so wohl gefühlt hat, dass sie es sich für eine Hochzeit ausgeliehen hat. Das war das schönste Kompliment, dass ich für meine Arbeit bekommen konnte.

September 2016

In Ungarn geschieht die berufliche Ausbildung hauptsächlich in der Schule, im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland, wo man die meiste Zeit im Betrieb verbringt. Es gibt auch Schulen wo die Ausbildung in sogenannten „Abendkursen für Erwachsene“ angeboten wird. In den vergangenen Jahren habe ich oft mit dem Gedanken gespielt, so eine Ausbildung zu machen, aber irgendwie erschien mir das als unmöglich, als ob es zu spät dafür wäre. Außerdem ist mir natürlich auch klar, dass der Beruf des Schneiders immer mehr an Bedeutung verliert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht in dem Beruf arbeiten werde, zumindest nicht in Vollzeit. Ich habe einen Bürojob der mich gut bezahlt und der dafür sorgt, dass meine Kinder Essen auf dem Tisch haben. Aber warum sollte ich nicht etwas professionell lernen, was ich gerne mache?

Damit sind wir im September 2016 angekommen. Es hat zwar einige Zeit gedauert, aber ich packe es endlich an.  Ich gehe nochmal zur Schule und werde Schneiderin. Es wird sicherlich nicht leicht werden, aber die perfekte Zeit gibt es nie, dann kann ich genauso gut auch jetzt loslegen.

Wenn du dich jetzt fragst, warum ich mir bei all dem auch noch den Blog antue, und den dann auch noch mehrsprachig, dann hat das schon seinen Grund. Da der Unterricht auf ungarisch stattfindet (und natürlich auch die Prüfungen), und das aber nicht meine Muttersprache ist und ich mein ganzes bisheriges Nähwissen aus englischsprachigen Büchern, Blogs, Magazinen, Videos, etc. habe, betrachte ich diesen Blog als eine Art digitales Schulheft, das mir helfen soll, den Lehrstoff richtig aufzuarbeiten. Außerdem hoffe ich, dass ich so ganz viele Nähliebhaber auf der ganzen Welt erreiche 🙂