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Es Wird Genäht

Samstag, 8 Uhr, „Guten Morgen, Frau Lehrerin!”… 8:25 Uhr „Auf Wiedersehen, Frau Lehrerin!”

Moment mal! Was ist passiert? Es ist endlich Samstag, wir sind im Schulgebäude in der Szabolcs Strasse und nach 25 Minuten ist alles vorbei? Leider ja, allerdings nur für mich. Die vorherigen Tage war ziemlich viel los, Freitag waren wir sogar noch auf eine ganz tolle Hochzeit eingeladen. Ein paar Stunden Schlaf haben dann einfach nicht gereicht, damit ich im „arbeitsfähigen” Zustand auftreten konnte. Ich hab’s versuch… ich hab’s wirklich versucht… aber letztendlich hatte mein Mann recht, der schon morgens bei meinem Anblick gezweifelt hat, dass es eine gute Idee ist in die Schule zu gehen.

8.25 Uhr… Ich habe eingesehen, dass er richtig lag 🙁

Daher kann ich auch nicht viel berichten, was Samstag passiert ist. In den ersten 25 Minuten, haben wir über die „Premier Vision” gesprochen, die Messe in Paris, die die Farben und Trends der kommenden Saison bestimmt. Nachmittags ging es für die anderen endlich an die Nähmaschinen, während ich zu Hause im Bett geschmollt habe.

Neuer Tag, neues Glück oder besser gesagt, neuer Dienstag. Denn da ging es wieder Richtung Szabolcs Strasse und dieses Mal konnte kommen was wolle, ich würde endlich das Nähstudio kennen lernen. So war es dann auch und was soll ich sagen. ICH LIEBE ES 🙂 Die Nähmaschinen sind industrielle, also keine alles-in-einem Haushaltsnähmaschinen.

Was ist der Unterschied?

  • Zunächst mal das Aussehen. Während die meisten Haushaltsgeräte doch recht klein und handlich und vor allem tragbar sind, sind die Industrienähmaschinen an Tische fixiert, so dass ich sie nicht einfach mal mitnehmen kann. Ausserdem sind viele Teile bei den neueren Geräten aus Plastik. Die Industriemaschinen, bestehen aus richtig schwerem Eisen. Die sehen so richtig schön retro aus 🙂
  • Die Stiche. Eine Industriemaschine kann gerade aus und vielleicht noch Zick Zack nähen. Würdest du heute noch eine (neue) Maschine kaufen , die nur das kann? Wahrscheinlich nicht. Schließlich werben die Hersteller ja auch damit, dass ihr Maschinen zig tausend verschiedene Stiche beherrschen. Von einer Industriemaschine kann man das nicht erwarten, schließlich gibt es auch für jede Aufgabe die entsprechende Maschine. Wenn du z. B. ein Knopfloch nähen möchtest, hat deine Haushaltsnähmaschine wahrscheinlich sogar mehrere Option. Die Industriemaschine hingegen keine einzige.Dafür gibt es eine separate Maschine. Du möchtest deine Hose mit Blindstichen säumen? Dafür gibt es eine separate Maschine. Du möchtest einen Knopf annähen? Genau, dafür gibt es eine separate Maschine 🙂
  • Die Haltbarkeit. Was meinst du wie viele Stunden du pro Woche nähst? Selbst wenn du regelmäßig nähst, wird deine Maschine wahrscheinlich nicht mehr als ein paar Stunden in Betrieb sein. Vielleicht kommst du auch wochenlang gar nicht zum Nähen. Und was glaubst du wie viele Stunden eine Industrienähmaschine arbeitet? Um die 16 Stunden täglich! Ich bezweifle, dass unsere süße kleine Haushaltsmaschine da mitmachen würde. Mein Stabmixer läuft ja schon heiß, wenn ich ihn nur für ein paar Minuten einschalten. Diese Teile sind einfach nicht für diese Mengen an Arbeit gemacht worden .
  • Was die Schnelligkeit betrifft ist die Industrienähmaschine sagen wir mal ein Formel 1 Auto und die Haushaltsmaschine eher ein Kombi. Eine Haushaltsmaschine schafft im Schnitt zwischen 650-1000 Stiche/Minute. Nun stellt dir vor, dass es Industrie Apparate gibt die bis zu 5500 Stiche/Minute schaffen. Die sind wirklich rasend schnell!

Also ist die Industrienähmaschine besser?

Ganz klares NEIN! Ich weiß, ich hab gesagt, sie ist schneller und hält mehr aus, aber sie ist nicht besser. Sie sind schneller und stabiler, weil sie dafür gemacht sind, tagein tagaus riesige Mengen an Stoff möglichst schnell zu verarbeiten.  Aber was nähst du zu Hause? Du möchtest die Hosen von deinem Schatz kürzen? Oder vielleicht einen Reißverschluss wechseln? Vielleicht brauchst du einen Rock auf die Schnelle? Oder die willst die Kleider der Kids mit ein paar Rüschen aufpeppen? Die Haushaltsnähmaschine ist dafür genau ideal 🙂

Allerdings braucht es, egal ob Industrie- oder Haushaltsnähmaschine immer etwas Zeit, bis man sich an eine neue Maschine gewöhnt hat. Das ist ein bisschen wie wenn man ein anderes Auto fährt, da kommt die Kupplung schließlich auch immer etwas anders. Und gerade wenn man noch nie an einer Industriemaschine gesessen hat, geht einem die Maschine schon mal „durch”.

Also zurück zur Schule. Jeder hat sich eine nette Maschine ausgesucht und wir haben erstmal auf Papier das gerade aus nähen geübt um ein Gefühl für die Maschinen zu bekommen. Das hat mich total an meine Mom erinnert, die mir damals auch den Rat gegeben hat, auf Papier zu üben. Außerdem sollte ich Linien auf das Papier zeichnen, und diese dann mit der Nähmaschine verfolgen.

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Wir haben also Geradeaus und Wellen nähen geübt und etwas später, dann auch mit Stoff. Gegen Ende haben wir auch Abnäher geübt. Außerdem durften wir eigenen Stoff (und Ideen) mitbringen und diese dann machen. Ich habe mir diese hübsche Tasche ausgesucht. Ich hatte zwar keinen Spitzenreißverschluss, aber Spitze und einen Reißverschluss und ich mag mein kleines „Schlampermäppchen” sehr gerne 🙂

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Was mit am Nähen mit am Besten gefällt, ist das Bügeln. Meine Mm hat immer gesagt, gut gebügelt, ist halb genäht, und ich finde das richtige Bügeln macht ein Kleidungsstück erst richtig schön. Dementsprechend bin ich hin- und weg von der tollen Bügelstation in der Schule. Das Bügelbrett ist beheizt und mit einer Art „Abzugshaube” nach unten versehen. Sprich, nachdem ich ordentlich Dampf auf meinen Stoff gegeben habe, brauche ich nur ein Pedal zu drücken und der überschüssige Dampf wird vom Brett abgesaugt und mein Stoff ist praktisch sofort fertig um weiterverarbeitet zu werden. Großartig 🙂

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Das Nähen im Studio ist echt super, allerdings sind wir doch recht viele, so dass es die Leherin auch nicht gerade einfach hat. Dabei wurde unsere Klasse schon in zwei Gruppen geteilt und trotzdem mussten wir auf drei Räume verteilt werden so dass sie ständig von einem Raum zum nächsten rennen musste.

Zurück in die Klassenzimmer

Der Mittwoch war dann wieder theoretischer Unterricht, bzw. ein neuer Versuch den obligatorischen ärztlichen Check hinter mich zu kriegen. Wie ihr euch vielleicht erinnert, hat das letzte Woche nicht geklappt, so dass es jetzt auf jeden geschehen musste. Dadurch habe ich leider die ersten beiden Stunden verpasst.

Zu Produktionsvorbereitung war ich wieder da und obwohl der Stoff doch etwas trocken war, hat der Leher wirklich einen tollen Job gemacht. Eigentlich war es sogar wirklich interessant sich mal genau anzuschauen, wie so ein „Stich” definiert wird und von wo bis wo eigentlich die Stichlänge bei einem Zick Zack Stick gemessen wird.  Zum Schluss sind wir die verschieden Figur typen durchgegangen und nach welchen Kriterien ein Körper beschrieben werden kann. Uns wurde dann noch mitgeteilt, dass die Klasse jetzt in drei Gruppen geteilt wird, aber leider wurde nicht gesagt wer in welche Gruppe kommt. Das würde sich Samstag herausstellen.

Die erste Stoffmanipulation

Nach zwei Tagen, ging es dann am Samstag wieder in die Szabolcs Strasse und wir haben den Tag mit etwas Stoffkunde begonnen. Ich hatte mich auch schon gewundert, wann wir denn mal die verschieden Faserarten ansprechen. Weiter ging es mit dem Rock, bzw. wie die technische Zeichnung auszusehen hat und was alles in die Beschreibung kommt.

 

Den Nachmittag haben wir wieder an den Nähmaschinen verbracht, wo wir erstmal einige Biesen genäht habe, bzw. daraus resultierende Verzierung. Zu Hause habe ich dann in dem Buch „Schneider Selbst” genau diese Verzierung gefunden. Das Buch ist von 1959 🙂

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Wir haben auch das Kräuseln bzw. das Nähen mit der Overlock geübt. Nun, so sehr ich meine Overlock zu Hause liebe, so sehr liebe ich die Overlock in der Schule NICHT. Ich habe zwei Maschinen ausprobiert. Die erste ist praktisch total unbrauchbar gewesen, und die andere war auch nicht viel besser. Entweder lief sie überhaupt oder sie hat mir förmlich den Stoff aus der Hand gerissen und unkontrolliert gefressen. Bis mein Gehirn realisiert hat, dass die Maschine loslegt, war sie auch schon durch. Das Beste war, das wir auch noch Kurven nähen sollten. So sehr ich auch versucht habe ordentlich zu nähen, ich finde das Ergebnis ist ausgesprochen unschön geworden… aber zum Üben reicht es wohl.

Wir haben noch ein paar weitere Abnäher gemacht, so wie (diesmal zum Glück gerade) Nähte mit der Overlock. Als nächstes kommt noch ein Übungsreißverschluss und dann geht es los mit dem ersten richtigen Rock, schließlich hat Gruppe zwei schon damit angefangen 🙂

Außerdem haben wir am Dienstag unsere erste Schnittmuster Stunde am PC, auf die bin ich auch sehr gespannt.

Liebe Grüsse

Evi

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